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Temperiergeräte

Gebrauchte Temperiergeräte für Warmkammer-Druckgussmaschinen
Die Form muss Wärme aufnehmen. Und kontrolliert wieder abgeben.

Temperiergeräte erwärmen, kühlen und stabilisieren Druckgießformen über einen geschlossenen Medienkreislauf. Sie führen Wasser oder Wärmeträgeröl durch die Temperierkanäle des Werkzeugs und beeinflussen damit Aufheizphase, Betriebstemperatur, Wärmeverteilung und Abkühlung während der Produktion.

Die Werkzeugtemperatur bewegt sich innerhalb eines Arbeitsfensters

Eine Druckgießform verändert ihre Temperatur mit jedem Gießzyklus. Das Temperiergerät soll Abweichungen begrenzen, den Start der Produktion unterstützen und die vorgesehene thermische Situation während der Serie möglichst stabil halten.

Zu kalt
Die Form entzieht der Schmelze sehr schnell Wärme Formfüllung, Erstarrung und Oberflächenbildung können sich verändern. Gleichzeitig verlängert sich häufig die Anfahrphase, bis Werkzeug und Prozess ihren vorgesehenen Betriebszustand erreicht haben.
Aufheizen erforderlich
Prozessgerecht
Wärmeeintrag und Wärmeabfuhr befinden sich im vorgesehenen Bereich Das Temperiergerät hält die Kreislauftemperatur und reagiert auf den tatsächlichen Wärmebedarf des Werkzeugs durch Heizen, Umwälzen und Kühlen.
Temperatur stabilisieren
Zu heiß
Das Werkzeug kann die eingebrachte Wärme nicht ausreichend abführen Kühlleistung, Durchfluss, Temperierkanäle und Zyklus müssen gemeinsam geprüft werden. Eine höhere Geräteleistung allein löst nicht jede thermische Abweichung.
Wärme kontrolliert abführen

Der Temperierkreislauf verbindet Gerät und Werkzeug

Die Temperierung funktioniert als vollständiger Kreislauf. Das Medium wird im Gerät konditioniert, zur Form gefördert, nimmt dort Wärme auf oder gibt Wärme ab und strömt anschließend zurück.

Konditionierung Medium heizen oder kühlen Heizung und Kühlstrecke bringen Wasser oder Wärmeträgeröl auf die eingestellte Vorlauftemperatur.
Vorlauf Zum Werkzeug fördern Pumpe, Leitungen und Verteiler führen das temperierte Medium mit der erforderlichen Fördermenge zu den Formkreisläufen.
Wärmeaustausch Werkzeugtemperatur beeinflussen In den Temperierkanälen nimmt das Medium Prozesswärme auf oder gibt während der Aufheizphase Wärme an die Form ab.
Rücklauf Zum Gerät zurückführen Rücklauftemperatur, Druck und Durchfluss liefern Hinweise auf den Zustand des Kreislaufs und den aktuellen Wärmebedarf.
Schematische Darstellung: Die tatsächliche Kreisausführung richtet sich nach Werkzeug, Gerät, Medium, Verteilern, Schlauchlängen und angeschlossenen Verbrauchern.

Wasser oder Wärmeträgeröl?

Das geeignete Temperiermedium ergibt sich aus dem erforderlichen Temperaturbereich, der Werkzeugkonstruktion, den Betriebsbedingungen und dem vorhandenen Temperiergerät.

Temperiermedium 01
Wasser

Wasser besitzt günstige Eigenschaften für den Wärmetransport. Konventionelle Wassergeräte arbeiten häufig bis etwa 90 °C. Druckwassergeräte können je nach Ausführung höhere Vorlauftemperaturen ermöglichen.

Temperaturbereich Abhängig von offener, geschlossener oder druckbeaufschlagter Geräteausführung.
Wärmeübertragung Hohe Wärmekapazität und guter Wärmeübergang bei passender Durchströmung.
Anlagenzustand Wasserqualität, Korrosion, Ablagerungen, Dichtheit und Temperierkanäle müssen berücksichtigt werden.
Temperiermedium 02
Öl

Wärmeträgeröl wird für höhere Vorlauftemperaturen eingesetzt. Je nach Gerät und Medium können deutlich höhere Temperaturbereiche als bei konventionellen Wassergeräten erreicht werden.

Temperaturbereich Öltemperiergeräte können je nach Ausführung bis in hohe dreistellige Temperaturbereiche arbeiten.
Betrieb Mediumzustand, thermische Alterung, Filterung und geeignete Schlauch- und Dichtungssysteme prüfen.
Sicherheit Leckageüberwachung, Auffangmöglichkeiten, Schutzabdeckungen und zulässige Betriebstemperaturen beachten.

Ein Kreis oder mehrere getrennte Temperierzonen?

Die Zahl der Temperierkreise beeinflusst, wie differenziert einzelne Werkzeugbereiche versorgt werden können. Ein Mehrkreisgerät ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn Werkzeuganschlüsse, Pumpenleistung und Regelung tatsächlich zur vorgesehenen Aufteilung passen.

1K
Einkreisgerät Ein gemeinsamer Vor- und Rücklauf versorgt einen Werkzeugkreis oder mehrere hydraulisch zusammengefasste Verbraucher. Aufbau und Bedienung sind häufig übersichtlich, unterschiedliche Temperaturzonen lassen sich jedoch nur eingeschränkt getrennt beeinflussen.
2K
Zweikreisgerät Zwei Kreisläufe können beispielsweise feste und bewegliche Werkzeughälfte oder zwei thermisch unterschiedliche Bereiche getrennt versorgen. Zu prüfen ist, ob beide Kreise unabhängig geregelt und ausreichend gefördert werden.
MK
Mehrkreis- und Verteilerlösung Größere Werkzeuge können mehrere Zonen, externe Verteiler oder zusätzliche Kreislaufüberwachung benötigen. Dabei müssen Druckverlust, Schlauchführung und Durchfluss je Zone dokumentiert werden.

Welche technischen Daten bestimmen die Eignung?

Bei einem gebrauchten Temperiergerät reicht die maximale Temperaturangabe allein nicht aus. Der gesamte Wärmebedarf und die hydraulische Verbindung zum Werkzeug müssen betrachtet werden.

Medium
Wasser oder Wärmeträgeröl Gerät, Pumpe, Heizung, Dichtungen, Ventile, Schläuche und Werkzeugkreise müssen für dasselbe Medium und den vorgesehenen Temperaturbereich geeignet sein.
Vorlauf
Maximale Betriebstemperatur Die zulässige Vorlauftemperatur muss oberhalb des benötigten Arbeitspunkts liegen, ohne dass Medium oder Komponenten außerhalb ihrer Freigaben betrieben werden.
Wärme
Heizleistung Bestimmt zusammen mit Werkzeugmasse, Starttemperatur und Wärmeverlusten, wie schnell das System den gewünschten Betriebszustand erreichen kann.
Kühlung
Kühlleistung und Kühlart Direkte oder indirekte Kühlung, Kühlwassereintritt, Ventilgröße und Wärmetauscher beeinflussen, wie schnell überschüssige Wärme abgeführt werden kann.
Hydraulik
Pumpenleistung, Druck und Fördermenge Lange Leitungen, kleine Kanalquerschnitte und mehrere Verbraucher erhöhen den Druckverlust. Die Pumpe muss dennoch ausreichend Durchfluss im Werkzeug sicherstellen.
Kreise
Anzahl der Temperierkreise Ein- oder Mehrkreisgerät, getrennte Regelung und tatsächliche Anschlussbelegung müssen zur Werkzeugkonstruktion passen.
Elektrik
Spannung, Leistung und Absicherung Anschlussleistung, Betriebsspannung, Steckverbindung, Heizstufenschaltung und vorhandene Netzabsicherung am neuen Standort prüfen.
Kommunikation
Regelung und Maschinenschnittstelle Betriebsfreigabe, Sollwert, Istwert, Warnung, Störung, Fernstart und mögliche Datenverbindung mit der Warmkammeranlage abstimmen.

Wie beeinflusst die Temperierung den Gießprozess?

Das Temperiergerät erzeugt nicht allein die Bauteilqualität. Es schafft jedoch eine kontrollierbare thermische Grundlage für Werkzeug, Schmelze und reproduzierbare Prozessabläufe.

Aufheizphase planbarer gestalten Das Werkzeug kann bereits vor Produktionsbeginn auf einen definierten Temperaturbereich gebracht werden. Werkzeugmasse, Heizleistung und Temperierkanäle bestimmen die tatsächlich erforderliche Aufheizzeit.
Wärmeverteilung stabilisieren Eine gleichmäßige Durchströmung unterstützt eine kontrollierte Temperaturverteilung. Blockierte Kanäle, falsche Verschlauchung oder unterschiedliche Durchflüsse können dennoch lokale Abweichungen verursachen.
Formfüllung und Erstarrung beeinflussen Die Werkzeugtemperatur wirkt auf den Wärmeabfluss aus der Schmelze. Sie muss deshalb gemeinsam mit Legierung, Wandstärke, Anschnitt, Gießparametern und Zykluszeit betrachtet werden.
Thermische Belastung des Werkzeugs begrenzen Kontrollierte Temperaturwechsel können starke lokale Temperaturspitzen reduzieren. Werkzeugkonstruktion, Material und Wartungszustand bleiben dabei weiterhin entscheidend.

Gebrauchte Temperiergeräte verschiedener Hersteller

Bei FISS sind je nach Verfügbarkeit Temperiergeräte etablierter Hersteller gelistet. Für die technische Zuordnung sind jedoch Gerätedaten, Zustand und konkrete Anwendung wichtiger als der Markenname allein.

Hersteller Robamat
Hersteller Regloplas
Hersteller Tool-Temp
Hersteller Single
Hersteller Thermobiehl
Verfügbarkeit, Baujahr, Temperaturbereich, Kreisanzahl und Ausstattung können sich laufend ändern. Maßgeblich sind das jeweilige Maschinenangebot und die dokumentierten technischen Daten.

Technische Prüfung eines gebrauchten Temperiergeräts

Vor Kauf und Wiederverwendung sollten Medienkreislauf, Heizsystem, Kühlung, Pumpe, Regelung und tatsächlicher Lieferumfang unter realistischen Bedingungen geprüft werden.

Med
Medium und Innenzustand Ölzustand, Rückstände, Ablagerungen, Korrosion, Verschmutzung und Hinweise auf eine Vermischung ungeeigneter Medien dokumentieren.
Heat
Heizung und Temperaturaufbau Heizleistung, Schütze, Heizstäbe, Stromaufnahme und erreichbare Temperatur mit einem geeigneten Prüfkreislauf kontrollieren.
Pump
Pumpe und Förderleistung Laufgeräusch, Dichtheit, Lagerzustand, Druckaufbau, Drehrichtung und tatsächlichen Durchfluss überprüfen.
Cool
Kühlung und Wärmetauscher Kühlventil, Wärmetauscher, Kühlwasseranschlüsse, Durchfluss und Reaktion bei steigender Rücklauftemperatur testen.
Seal
Dichtheit des Kreislaufs Behälter, Pumpe, Verschraubungen, Ventile, Heizung, Anschlüsse und interne Leitungen auf sichtbare und druckabhängige Leckagen prüfen.
Ctrl
Regelung und Sensorik Temperaturfühler, Anzeige, Sollwerteingabe, Reglerverhalten, Grenzwerte, Durchfluss- und Drucküberwachung dokumentieren.
Safe
Sicherheitsfunktionen Übertemperatur, Trockenlaufschutz, Druckbegrenzung, Motorschutz, Not-Aus-Anbindung und Störabschaltung kontrollieren.
Docs
Dokumentation und Zubehör Bedienungsanleitung, Schaltplan, Anschlussleitungen, Verteiler, Schläuche, Kupplungen und vorhandene Ersatzteile eindeutig erfassen.

Temperiergeräte innerhalb der Warmkammer-Automation

Die Temperierung beeinflusst das Werkzeug während des gesamten Produktionsablaufs. Sie muss deshalb mit Formsprühen, Maschinenzyklus und der vorhandenen Steuerung abgestimmt werden.

Automation Warmkammer Übersicht über Materialversorgung, Temperierung, Formsprühen, Entnahme, Separierung, Transport und Kontrolle. Übersicht ansehen
Warmkammer-Druckgussmaschinen Gebrauchte Maschinen und komplette Warmkammer-Druckgusszellen für Zink- und Magnesiumanwendungen. Kategorie ansehen
Formsprühanlagen Formsprühen, Oberflächenkühlung und Werkzeugtemperierung wirken gemeinsam auf den thermischen Zustand der geöffneten Form. Kategorie ansehen
Entnahmegeräte Entnahme und Formsprühen müssen zeitlich mit dem thermischen Zustand des Werkzeugs und dem Maschinenzyklus abgestimmt sein. Kategorie ansehen
Temperiergeräte Kaltkammer Gebrauchte Wasser- und Öltemperiergeräte für Kaltkammer- Druckgussmaschinen und größere Werkzeuganwendungen. Kategorie ansehen

Überholung und Anpassung an einen neuen Temperierkreislauf

Gebrauchte Temperiergeräte können je nach Zustand gereinigt, technisch geprüft, repariert und an ein neues Werkzeug oder eine andere Anlagenumgebung angepasst werden.

Ein Temperiergerät ist erst passend, wenn Medium, Leistung, Durchfluss und Werkzeugkreislauf zusammenpassen.
Reinigung des Medienkreislaufs Behälter, Leitungen, Wärmetauscher, Filter und interne Kreislaufkomponenten entsprechend dem verwendeten Medium reinigen.
Mechanische Instandsetzung Pumpe, Lager, Dichtungen, Ventile, Verschraubungen und Anschlusskomponenten prüfen oder erneuern.
Heiz- und Kühlfunktion Heizstäbe, Schütze, Regler, Kühlventil und Wärmetauscher testen und an den vorgesehenen Betriebsbereich anpassen.
Schlauch- und Verteilerkonzept Vorlauf, Rücklauf, Kupplungen, Schlauchlängen und Verteiler für das neue Werkzeuglayout auslegen.
Elektrische Integration Betriebsspannung, Freigabe, Fernstart, Störmeldung, Sicherheitskreis und mögliche Datenkommunikation neu abstimmen.

Gebrauchte Temperiergeräte kaufen oder verkaufen

FISS unterstützt bei der Suche nach einem geeigneten Temperiergerät und bei der technischen Zuordnung anhand von Temperiermedium, Vorlauftemperatur, Heiz- und Kühlleistung, Pumpendaten, Kreisanzahl, elektrischer Ausrüstung und vorhandenen Werkzeuganschlüssen. Wenn kein passendes Gebrauchtgerät gelistet ist, kann FISS im internationalen Netzwerk nach Alternativen suchen oder je nach Projekt eine fabrikneue Lösung anbieten.

Beim Verkauf unterstützt FISS bei Zustandsaufnahme, technischer Dokumentation und internationaler Vermarktung einzelner Temperiergeräte sowie kompletter Warmkammer-Druckgusszellen. Neben Vermittlung und internationaler Vermarktung kann je nach Projekt auch der direkte Ankauf durch FISS eine Möglichkeit sein.